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7_07/2002

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Die Tragödie der "Wilhelm Gustloff"

Günter Grass gebürtiger Danziger, Nobelpreisträger, in seinem Buche "In Krebsgang" beschreibt die Flucht und Vertreibung sowie auch die Tragödie der Deutschen aus Ost- Wespreußen und der Stadt Danzig.

Dieses Thema war in Polen, der Tschechoslowakei aber auch in Deutschland als unantastbar anerkannt. Vom Schicksal vieler Flüchtlinge und Vertriebenen sprachen nur Rechts und Konservative Parteien, der Bund der Vertriebenen und die Landsmannschaften in Deutschland.

In den Ostblockländern wurde dieses Schicksal als historische Vergeltung anerkannt und. Weitere geschichtliche Ereignisse waren als Tabu anerkannt.

Am 6. Februar diese Jahres wurde die 7. Auflage des oben genanntes Buches herausgegeben. Bis heute sind schon 300-tausend Exemplare verkauft. Mit solch einem Erfolg hat der Autor nicht gerechnet. Das heißt, dass viele Menschen in Deutschland und nicht nur, die wahre Geschichte des II. Weltkrieges kennen lernen wollen.

Viele Menschen fragen sich auch, warum das Thema gerade jetzt sich so als interessant zeigt, 57 Jahre nach der Beendigung des II. Weltkrieges.

Die Antwort von Günter Grass ist eindeutig. Weiteres Schweigen in der historischen Wahrheit wäre: ein großer Ansporn für neofaschistische Gruppen in Deutschland und Nationalisten in den Ostländer; ein großes Versäumnis für die Nachkriegs- und künftigen Generationen in der Bekanntmachung der Geschichte des XX. Jahrhundert und der Vergangenheit.

Im ersten Teil des Buches beschreibt der Autor die Tragödie und den Tod acht deutscher Flüchtlinge die aus Danzig und Ostpreußen stammten. Weiter beschreibt Grass die Versenkung des deutschen Passagierschiffes "Wilhelm Gustloff". Das Schiff wurde 1957 von der Firma "BLOCHM und VOSS" in der Werft in Hamburg gebaut. Es war 208 m lang und 56 m hoch. Vom Kiel bis zum Mast verteilten sich zehn Decks, zwei Promenadendecks und das Sonnendeck. Als KDF-Schiff besaß die Gustloff 231 zwei Personen und 239 vier Personen Kabinen.

Im Mai 1957 war die Gustloff vom Stapel gelaufen und die Schifftaufe fand mit Anteil des Führers Adolf Hitler statt. Das Schiff wurde benannt nach dem im Jahre 1936 ermordeten Schweizer Naziführer "Wilhelm Gustloff".

Mit dem Überfall auf Polen und dem beginn des II. Weltkrieges wurde aus dem Erholungsschiff. ein Lazarettschiff, dann ein Schulungsschiff für die Unterseebootmannschaften. Auf Grund der plötzlichen Offensive der Roten Armee wurde die Evakuation der deutschen Bevölkerung aus dem bedrohtem Ostpreußen, der Grenzmark Posen-Wespreußen und der Stadt Danzig angeordnet. Hunderttausende Deutsche in der Großzahl Greise Frauen und Kinder verlassen ihre Heimat und fliehen mit Pferdewagen, Schlitten, Kinder und Handwagen nach den Westen.

Am 21. Januar 1945 erhielt der damalige Kapitän Friedrich Petersen den Befehl, die Gustloff fertig zu einer Evakuation der Flüchtlinge vorbereiten.

Auf die Gustloff wurden 3700 Mann der 2. U-Boot Lehrdivision, paarhundert verwundete Soldaten und Marinehelferinnen und paar tausend Flüchtlinge in dem viele Greise, Frauen und Kinder eingeschifft. Die genauen Zahlen der Anwesenden auf dem Schiff ist unbekannt. Manche Quellen geben an, dass es über 10-tausend Passagiere gewesen waren. Auf Grund der Überladung wurde die Abfahrt um einen Tag verzögert, da andere Schiffe die Überzahl der Menschen übernehmen mussten.

Nächsten Tag begleitet vom schweren Schnee und Hagelschauer nahm die Gustloff gegen 13-Uhr die Fahrt auf, obwohl das Ziel noch unbekannt war.

Am 30. Januar wurde die überladene Gustloff vom sowjetischen Unterseeboot "S 13", dessen Kapitän Alexander Iwanowitsch Marinesco war, entdeckt. Gegen 21 Uhr befand sich das Schiff 20 Meilen von der Küste nicht weit von der Stolpe-Bank da wurden von der U „S 13" die ersten Torpedos abgefeuert, von denen 5 die Gustloff trafen.

Viele Passagiere wurden durch diese Treffer überrascht. Auf dem Schiff brach eine Panik aus, die kaum, zu beschreiben ist. Jeder rettete sich wie er konnte.
Das Schiff sank immer tiefer. Auf dem Meere war es - 18 °C kalt. Die Menschen sind erfroren und starben. Hunderte Leichen schwammen noch Tagelang in der Ostsee.

Obwohl eine Rettungsaktion durch kleine Torpedoboote und Geleitschiffe durchgeführt wurde gelang es nur 1259 Personen zu retten, unter ihnen den Kapitän Friedrich Petersen und seine Offiziere Heinz Keller und Harry Weller.

Günter Grass, bezeichnet den Untergang der "Wilhelm Gustloff" als die größte Meerestragödie In der Geschichte Deutschlands in der Ca 9000 Menschen unter dem 5000 Kinder und Greise zu Opfer wurden» Das Buch Im Krebsgang wurde von der deutschen Kritik positiv bewertet.

Es wäre auch angemessen dieses Buch in polnischer Sprache herauszugeben um die polnischen Mitbürger zu überzeugen, dass man die Deutschen nicht nur als Aggressoren oder Kriegsverbrecher des II. Weltkrieges bezeichnen soll, obwohl es zur historischen Wahrheit gehört, aber dass viele Millionen Deutsche Opfer diese Krieges waren und noch heute sind.

Verbrechen kann und darf man nicht mit Verbrechen rechtfertigen.

Sebald A. Kriebus


"Wilhelm Gustloff"


 

Der Untergang der Wilhelm Gustloff ist die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der Seeschifffahrt. Ihr Ende hat das Vierfache an Menschenleben gefordert, als beim Untergang der Titanic. Noch nie waren so viele Menschen bei einer einzigen Schiffskatastrohe ums Leben gekommen. Dennoch ist dieses Ereignis nie richtig in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gedrungen ...

Das Schiff war als erster Neubau einer KdF-Flotte gebaut worden. Es wurde unmittelbar nach Beginn des Zweiten Weltkrieges von der Kriegsmarine übernommen. Bis dahin machte es 44 Kreuzfahrten mit 65.000 Urlaubern.
Die „Wilhelm Gustloff“ war nicht nur das größte und modernste, sondern auch das komfortabelste Kreuzfahrtschiff seiner Zeit. Im Sommer führten die preiswerten „KdF“- Reisen bis nach Norwegen, im Winter ging es von Genua aus bis nach Madeira und Tripolis. Bei Kriegsbeginn baute man die „Gustloff“ zu einem schwimmenden Lazarett um, ab Ende 1940 war das Schiff, nun grau gestrichen in Gotenhafen liegend, Ausbildungsplatz für zukünftige U-Boot-Fahrer.

Erst im Januar 1945 kam der Schiff zum Einsatz in einer in der bisherigen Geschichte einmaligen Aktion: dem Transport von Millionen von Flüchtlingen und Soldaten, die vor den heranrückenden sowjetischen Einheiten flüchteten. So gut wie alle der ehemaligen KdF-Liner und dazu viele andere Frachter, Hilfskreuzer und sogar Schlachtschiffe kamen bei dieser Operation zum Einsatz.  Bis zum Kriegsende wurden über zwei Millionen Menschen über die Ostsee evakuiert.

Wie in vielen anderen Häfen der Danziger Bucht befanden sich auch in Gotenhafen Tausende von Flüchtlingen. Schätzungen nach versammelten sich dort ungefähr 60.000 Menschen, die auf ein Schiff warteten. Als die Wilhelm Gustloff in Gotenhafen anlegte, kam es zu einem wahren Sturm auf die freien Plätze an Bord, alle wollten weg, nur weg. Zu grausam waren die Berichte über die Untaten der sich in Ostpreußen austobenden Roten Armee. Von einer geordneten Einschiffung konnte also keine Rede sein. Am Nachmittag des 30. Januar 1945 verließ die Wilhelm Gustloff den relativ sicheren Hafen in Richtung Westen. Das Wetter hatte sich verschlechtert, es schneite, die Temperatur fiel unter 10 Grad minus und es stürmte. Praktisch waffenlos und nur in Begleitung des Torpedoboots Löwe kämpfte sich das Schiff durch die stürmische Ostsee, so gut wie schutzlos jedem Angriff ausgeliefert. Der Passagierliste nach befanden sich an Bord 6.050 Menschen inklusive der Besatzung. Neuesten Erkenntnissen zufolge jedoch waren es weit über 10.000 Personen, unter ihnen auch tausende Frauen und Kinder. Alle flohen vor einem grausamen Schicksal, das sie erwartet hätte, wären sie den heranrückenden Sowjets in die Hände gefallen. Um 21.08 Uhr am Abend des 30. Januar 1945 wurde sie vor Stolpmünde auf Höhe der Stolper Bank von drei Torpedos getroffen, die das sowjetische U-Boot S-13 abgeschossen hatte (dasselbe U-Boot sollte wenige Tage später am 9. Februar 1945 das Hospitalschiff General von Steuben versenken, was weitere 3.500 Menschenleben forderte). Das überladene Schiff neigte sich fast sofort nach steuerbord. Es brach eine unvorstellbare Panik aus, als die vielen tausend Menschen an Bord realisierten, was geschehen war. Alle versuchten gleichzeitig, die oberen Decks zu erreichen, um dem massiven Wassereinbruch zu entfliehen. Auf der Steuerbordseite konnten die Rettungsboote nicht mehr zu Wasser gelassen werden. Auf der Backbordseite waren mehrere Boote in ihren Halterungen festgefroren, einige wurden zu früh ausgeklinkt und stürzten in die See.

Der Kampf um die verbliebenen Rettungsboote war in vollem Gang, viele sprangen in Panik einfach in die eiskalte Ostsee. Berichten nach begingen ganze Familien Selbstmord, um einem grausamen Tod in den eisigen Fluten zu entgehen. Nach weniger als 50 Minuten war die Wilhelm Gustloff versunken und hatte mit sich über 9.000 Menschen in den Tod gerissen. Tatsächlich konnten von heraneilenden Schiffen insgesamt noch 1.239 Personen gerettet werden.

Das Wrack liegt 45 m unter der Wasseroberfläche.



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